Ansprechpartner
Aktuelles
Meldungen der Erzdiözese
Kirchenpatron
Hier finden Sie die drei Kirchenpatronen von Tengen (Hl. Laurentius und Hl. Georg) und von Uttenhofen (Hl. Familie).
St. Laurentius
„Das Feuer, das in ihm brannte, half ihm, das äußere Feuer des Martyriums zu bestehen." Diese Worte von Papst Leo dem Großen, gesprochen zwei Jahrhunderte nach dem Tod von Laurentius, drücken aus, was die Größe dieses Märtyrers ausmachte: leidenschaftliche Liebe zu Jesus Christus bis in den Tod. Laurentius gehört zu den meistverehrten Heiligen in aller Welt. In Rom folgt er gleich auf Petrus und Paulus, was die Stärke der Verehrung angeht. Außer der Basilika San Lorenzo fuori le mura, die um 330 über dem Grab des Märtyrers erbaut wurde, tragen in der Ewigen Stadt noch 30 weitere Kirchen den Namen von Laurentius, weltweit sind es viele Tausende, eine davon steht in Tengen.
Die Legende erzählt, dass in den ersten Augusttagen des Jahres 258 der Christenverfolger Valerian Papst Sixtus II. festnehmen und am 6. August enthaupten ließ. Laurentius war Erzdiakon bei Papst Sixtus, der ihm gleichzeitig ein väterlicher Freund und Vorbild war. Auf dem Weg zur Hinrichtungsstätte erteilte Sixtus seinem Diakon den Auftrag, den gesamten Kirchenschatz unter den Armen auszuteilen. Nach der Ermordung des Papstes erhob Kaiser Valerian Anspruch auf den Kirchenbesitz. Laurentius verweigerte die Herausgabe und bat um drei Tage Bedenkzeit. In dieser Zeit verteilte er die Güter der Kirche unter den Notleidenden und führte am dritten Tag alle diese Menschen Valerian vor. Er erklärte dem Herrscher, dass hier die wahren Kirchenschätze vor ihm stünden. Da kannte Valerian keine Gnade mehr. Er ließ den Diakon festnehmen und verurteilte ihn zum Tode. Die kaiserlichen Häscher schlugen Laurentius mit Bleiklötzen und legten ihn zwischen glühende Platten; doch all dies konnte ihm nichts anhaben. Schließlich ließ der Kaiser Laurentius auf einem Rost zu Tode brennen. Nach der Legende soll der Märtyrer noch kurz vor seinem Tod zu seinem Henker gesagt haben: „Der Braten ist schon fertig, dreh ihn um und iss."
Der Todestag von Laurentius war der 10. August 258. Wenn an diesem Tag Sternschnuppen vom Himmel fallen, werden sie mancherorts „Laurentius-Tränen" genannt.
Bis zum heutigen Tag ruhen die Gebeine des Heiligen Laurentius zusammen mit denen des Heiligen Stephanus in der Kirche San Lorenzo. Die von Kaiser Konstantin errichtete Basilika gehört heute zu den sieben Hauptkirchen Roms.
Laurentius gilt als Patron der armen Seelen im Fegfeuer; auch Schüler und Studenten rufen ihn um seinen Beistand an, zahlreiche Berufsgruppen haben ihn zu ihrem Patron ernannt.
Dargestellt wird der Heilige Märtyrer als Diakon mit einem Rost, wie er auch in unserer Pfarrkirche in Tengen zu sehen ist. Manchmal ist auch zu sehen, wie er Almosen austeilt.
Im „Tesoro delle Reliquie" im römischen Vatikan (Reliquienschatz) wird das Haupt des Heiligen Laurentius aufbewahrt, eine der kostbarsten Reliqiuen der Christenheit überhaupt.
St. Georg
Am 23. April begehen wir den Gedenktag des Heiligen Georg. Er ist der Schutzpatron der Burgkapelle in Tengen. Der Name Georg (griechisch) bedeutet: der Landmann. Geboren ist der Heilige im 3. Jahrhundert in Kappadokien, gestorben um 305 in Lydda in Palästina.
Viele Legenden ranken sich um Georg. Die bekannteste davon ist die Geschichte, nach der Georg Tribun im römischen Heer unter Kaiser Diokletian war, obwohl dieser die Christen verfolgte, zu denen auch Georg gehörte.
Zu jener Zeit wurde das Land von einem Drachen tyrannisiert, dem zur Besänftigung täglich zwei Schafe geopfert wurden. Als es im ganzen Umkreis keine Schafe mehr gab, sollten Menschen geopfert werden. Da griff Georg den Drachen mit einer Lanze an, verletzte ihn und führte ihn vor das Volk. Er versprach, das Untier zu töten, wenn sich alle von ihm taufen lassen würden. Nachdem Volk und König damit einverstanden waren, tötete Georg den Drachen, woraufhin sich 15000 Menschen taufen ließen.
Von Christenverfolgern wurde Georg schließlich festgenommen. Alle Folterungen überstand er ohne Verletzungen. Durch dieses Wunder beeindruckt, ließ sich die Kaiserin bekehren und wurde zusammen mit Georg vor den Toren der Stadt Diospolis enthauptet.
Im Mittelalter wurde der Hl. Georg in Europa hoch verehrt, allerdings nicht seines Märtyrertums wegen, sondern als Symbol der Ritterlichkeit. Unter den 13 Ritterorden, die seinen Namen trugen, ist der bayerische Georgsorden der Bekannteste. Aber nicht nur die Ritter verehrten ihn als ihren Schutzpatron, bis heute ebenso die Bergleute, die Artisten, die Bauern und die Schmieder. Pfadfinder bitten ihn um Beistand und auch Gefangene rufen ihn an. Der Heilige Georg wird den 14 Nothelfern zugerechnet.
Der Georgstag war in der Landwirtschaft ein wichtiger Tag: Dienstboten konnten auf diesen Tag wechseln, Zinsen waren an diesem Tag zu bezahlen. Pferde wurden an diesem Tag gesegnet. Der Heilige ist meist als Ritter mit Lanze dargestellt, der den Drachen durchbohrt, so auch in unserer Burgkapelle.
Bauernregeln: "Auf St. Georgs Güte stehen alle Bäum in Blüte."
"Gewitter am St.-Georgs-Tag - ein kühles Jahr bedeuten mag."
"Vor Georgi trocken, nach Georgi nass."
Hl. Familie
Am Sonntag der Weihnachtsoktav zwischen Weihnachten und Neujahr feiert die Katholische Kirche das Fest der Heiligen Familie. Hier stellt die Liturgie Jesus zusammen mit Maria und Josef in den Mittelpunkt. Es werden im Dreijahresrhythmus abwechselnd die Stellen aus den Evangelien verkündet, die davon berichten, wie die Heilige Familie nach Ägypten fliehen musste, wie Jesus im Tempel dargestellt wurde und wie Jesus im Tempel als Zwölfjähriger lehrte, nachdem er beim Laubhüttenfest in Jerusalem von Maria und Josef getrennt worden war.
Das Fest ist erst im 19. Jahrhundert entstanden. Die Heilige Familie wird als Vorbild gesehen und ihre Verehrung gefördert. Zu dieser Zeit geschahen große soziale Umbrüche. Die Industrialisierung hatte eine Umorientierung in vielen Lebensbereichen mit sich gebracht. In diese Veränderungen hinein betonte die Katholische Kirche den Wert der Familie. In den gesellschaftlichen Veränderungen, die wir gegenwärtig erleben, hat diese Betonung nicht an Bedeutung verloren.
Die Kapelle in Uttenhofen ist der Heiligen Familie geweiht. Besonders bei der Feier des Patroziniums am Sonntag nach Weihnachten führen wir uns dort den Wert der Familie in unserer Zeit im Blick auf Jesus, Maria und Josef vor Augen.

Kirchenpatron