Ansprechpartner
Aktuelles
Meldungen der Erzdiözese

Wiechs

Die kleinste unter den Pfarrgemeinden der am 25. November 2007 errichteten Seelsorgeeinheit "Am Randen-Tengen" ist die Pfarrei St. Verena in Wiechs a. R. mit ihren 212 Katholiken (Stand 31.12.2015).

Die erste Erwähnung unserer Pfarrei datiert aus dem Jahre 1275 als "Kilchstetten". Wiechs und Kirchstetten (Kilchstetten) waren verschiedene Orte, zwar mit einheitlicher Verwaltung und Seelsorge, jedoch bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts räumlich voneinander getrennt. Zur Pfarrei Kirchstetten gehörte neben Wiechs auch die heutigen Schweizer Gemeinden Altdorf und Opfertshofen bis zur Einführung der Reformation in Schaffhausen 1529. Ferner die bis 1967 deutsche Enklave Verenahof bei Büttenhardt, welche formal heute noch kirchlich zu Wiechs gehört.

Die Lage der alten Pfarrkirche erinnert noch an diese Zusammengehörigkeit. Auf dem Steilabfall zum Bibertal hin nach Osten ausgerichtet erbaut, war sie für alle Pfarrangehörigen zu sehen.

Diese Kirche brannte in der Nacht vom 22. auf 23. August 1911 durch Unachtsamkeit bei Reparaturarbeiten, bis auf die Sakristei, nieder. Die gut situierte Pfarrei wollte die Kirche wieder aufbauen, wenn auch nicht mehr am alten Platz, sondern in der Mitte des Ortes zwischen Wiechs und Kirchstetten, doch der 1. Weltkrieg und die Geldentwertung machten diesem Vorhaben ein Strich durch die Rechnung. Glück im Unglück war der Kirchengemeinde durch die Gebrüder Wollensack beschieden. Andreas und Johann Wollensack waren aus Wiechs nach Rochester/USA ausgewandert, und hatten es mit einer Firma für optische Geräte und Fotoapparate zu Wohlstand gebracht. Bei einem Besuch von Andreas Wollensack in der alten Heimat 1921 sah er die erbärmliche Situation mit der Notkirche und versprach finanzielle Unterstützung. Der Spender wünschte, dass die neue Kirche dem Herzen Jesu geweiht werden solle, deshalb feiert die Kirchengemeinde das Titularfest Herz Jesu am 3. Sonntag nach Pfingsten und das Fest der heiligen Verena am 2. September-Sonntag.

Die neue Pfarrkirche Herz-Jesu wurde in den Jahren 1922 bis 1924 gebaut und am 9. November 1924 gesegnet. Bis jedoch der Innenausbau einigermaßen komplett war, sollten noch weitere 12 Jahre vergehen, sodass die Kirche erst am 5.Juli 1936 geweiht werden konnte. Bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges wurden noch die Deckenmedallions durch den auch in St. Laurentius, Tengen in jenen Jahren tätigen Künstler Josef Wagenbrenner (1880-1953) aus Rastatt gemalt, die Kanzel erstellt und das Taufbecken gespendet.

Seit dieser Zeit erfuhr die Kirche im Äußeren 1966 und 1998 bis 2000, im Inneren jedoch keine Auffrischung mehr. Im Jahr 2010 wurde eine umfassende Innenrenovation durchgeführt. Der Gottesdienstraum wurde in diesem Zusammenhang u. a. auch der geänderten pastoralen Situation und Verständnis angepasst.

Die alte Parrrkirche St. Verena dient heute als Friedhofskapelle, Aufbahrungsmöglichkeit und Gottesdienstort für Werktagsmessen in den Sommermonaten.

Das neben der Herz-Jesu Kirche befindliche Pfarrhaus wurde gleichfalls ab 1922 gebaut, aber wegen finanziellen Engpässen und Kompetenzstreitigkeiten erst 1932 bezugsfertig. In den Jahren 1993 bis 1995 umfassend renoviert, befinden sich neben den Pfarrgemeinderäumen im Erdgeschoss zwei Mietwohnungen mit 107 qm im OG und 74 qm im DG und zusätzlich Garagen für jede Wohnung und einen großen Garten. Die Pfarrgemeinderäume, mit Küche, sanitären Anlagen und einem für ca. 35 Personen Platz bietenden Raum im Erdgeschoss, werden für private Festlichkeiten vermietet.

Der Pfarrei Wiechs am Randen wurde 1997, durch den in Wiechs in den Jahren 1961 bis 1969 tätigen Lehrer Heinz Caldart in seiner "Chronik der Pfarrei Wiechs am Randen (Kirchstetten)", ein sehr umfassendes und höchst interessantes 280-seitiges Buch an die Hand gegeben. Das Werk kann über die Pfarrei Wiechs für 20,-- Euro erworben werden.

Der Kirchenfond Wiechs besitzt rund 69 ha Wald, wobei 64 ha zusammenhängend sind. Es soll sich nach der mündlichen Überlieferung um eine Stiftung zweier Merishauser Damen handeln, als Dankbarkeit an die Kirchengemeinde Wiechs, für den Verbleib beim katholischen Glauben während der Reformation.

Weiterhin besitzen der Kirchenfond und die Pfarrpfründenstiftung Landwirtschaftsfläche von ca. 6 ha.

An aktiven kirchlichen Gruppierungen gibt es innerhalb unserer Pfarrgemeinde die Ministrantengruppe, den Krankenbesuchsdienst, und den Krankenförderverein St. Elisabeth.

Tengen-Wiechs, im Februar 2011