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Die Pfarrkirche in Wiechs ist im eigentlichen Sinn keinem Heiligen anempfohlen, sondern dem Herzen unseres Herrn Jesus Christus.
Die Herz-Jesu-Verehrung in der katholischen Kirche fand ihren Anfang im Spätmittelalter vor allem durch Mechthild von Magdeburg (1207-1282), Gertrud von Helfta (1256-1302), Heinrich Seuse (1295-1366) und von der französischen Nonne Margareta Maria Alacoque.
Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung geht vor allem auf die Jesuiten und ihre Volksmission zurück. Als der Jesuitenorden im 18. Jahrhundert aufgehoben wurde, wurde auch die Herz-Jesu-Verehrung zeitweise verboten. Erst nach der Rastauration der Jesuiten wurde auch die Herz-Jesu-Verehrung wieder aktuell. Starken Aufschwung erhielt sie im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert.
Durch Papst Johannes Paul II. wurde der kirchliche Akzent der Herz-Jesu-Verehrung verstärkt auf die Barmherzigkeit Gottes gesetzt. Im Katechismus der Katholischen Kirche wird die Herz-Jesu-Frömmigkeit auf ein christusbezogenes Fundament gelegt. In bildlichen Darstellungen wie in der Herz-Jesu-Kirche in Wiechs kann man gelegentlich eine Jesusfigur antreffen, die auf ihr von außen sichtbares Herz deutet. Dieses Herz ist im Widerspruch zur menschlichen Anatomie meist in der Mitte im oberen Brustbereich platziert. Diese Freiheit der künstlerischen Darstellung weist darauf hin, dass es bei der Herz-Jesu-Verehrung nicht um ein Körperorgan geht, sondern um das Herz als Ursymbol der Liebe, der göttlichen wie der menschlichen, sowie dem Innersten der Person. Die Liebe Christi, des Erlösers, soll dadurch zum Ausdruck kommen.
Jeweils am dritten Freitag nach Pfingsten ist das Herz-Jesu-Fest, das Papst Pius IX. 1856 als Gedenktag für die ganze Kirche eingeführt hat. Außerdem heißt der erste Freitag jedes Monats "Herz-Jesu-Freitag". 1899 weihte Papst Leo XIII. die ganze Welt dem Herzen Jesu.
Hl. Verena
Verena von Zurzach wirkte als Glaubensbotin in der Schweiz. Sie soll mit der Thebäischen Legion aus Ägypten nach Helvetien gekommen sein und war vermutlich Gattin oder Tochter eines christlichen Offiziers. Als die christlichen Soldaten - sie stammten aus der Landschaft Thebais in Ägypten - auf Befehl Kaiser Diokletians niedergemetzelt worden waren, blieb die junge Frau in Helvetien, verkündete hier das Evangelium und lebte selbst ein christliches Leben vor. Sie kümmerte sich fürsorglich um Kranke und Notleidende und konnte durch ihre werktätige Nächstenliebe viele Helvetier und Alemannen für das Christentum gewinnen. Nach dem Tod der Glaubensbotin um 359 wurde über ihrem Grab schon bald eine Kirche errichtet. Um 800 kam ein Kloster dazu, dessen Angehörige die immer zahlreicher werdenden Wallfahrer zur Grabstätte der Heiligen betreuten. Heute ist das Verena-Münster der einzige noch bestehende Teil der gesamten Klosteranlage. Das kostbarste Stück des Kirchenschatzes ist das wunderbare Armreliquar, ein Kleinod hochgotischer Goldschmiedearbeit, das vom Haus Habsburg zu Beginn des 14. Jahrhunderts zur Aufbewahrung der Verena-Reliquie gestiftet wurde. Verena wurde im Laufe der Jahre zu einer der am meisten verehrten Heiligen der Schweiz. Sie ist Patronin der Pfarrhaushälterinnen, Ammen, der Fischer, Schiffer und Müller sowie Schutzheilige für Menschen in Not und für reichen Kindersegen.
Ihr Gedenktag wird am 1. September begangen. Die Pfarrgemeinde in Wiechs verehrt die Hl. Verena als Schutzheilige. Die Statue der Hl. Verena in der Herz-Jesu-Kirche entspricht den üblichen Darstellungen mit Krug und Kamm.

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